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Reise der Erinnerung: Eine Erfahrung für die Zukunft
25.02.2025
Der Sanitätsdienst auf der Reise der Erinnerung ist ein ganz besonderes Erlebnis. Freiwillige des Weißen Kreuzes haben heuer im Februar zum dritten Mal Jugendliche aus Süd- und Nordtirol sowie dem Trentino auf ihrem Besuch der Gedenkstätte Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in Krakau begleitet.
 
Der Name des internationalen Projektes „Promemoria_Auschwitz“ ist auf der Reise der Erinnerung Programm. Denn beim Besuch der Konzentrationslager von Auschwitz, im früheren jüdischen Ghetto und in Schillers Fabrik setzen sich junge Menschen zwischen 17 und 25 Jahren nicht nur mit den Gräueltaten der Vergangenheit auseinander, sondern stellen auch Verbindungen zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen her. Dabei werden sie von erfahrenen Mitarbeitern verschiedener Südtiroler Jugendorganisationen und Sanitätern des Weißen Kreuzes begleitet.
 
„Bei dieser Reise geht es eigentlich um die Zukunft. In der Auseinandersetzung mit dem Vergangenem kommen Werte wie Mitgefühl, Zivilcourage, Gemeinschaft und Verantwortungsbewusstsein besonders deutlich zu Tage. Diese Werte sind auch in unseren Jugendgruppen zentral. Deshalb unterstützen wir das Projekt und übernehmen den Sanitätsdienst“, sagt Direktor Ivo Bonamico, der heuer gemeinsam mit den Jugendlichen nach Polen gereist ist.
 
Einer, der heuer schon zum dritten Mal mit dabei war, ist der freiwillige Sanitäter Philipp Tarfusser. Er koordiniert das „Team Medical Staff Promemoria" bestehend aus drei Sanitätern und einem Arzt. „Es ist jedes Mal wieder eine Erfahrung, die weiterwirkt, vor allem der Besuch im Konzentrationslager“, schildert er seine Erfahrungen. Dabei beeindrucke ihn jedes Mal, wie Teilnehmenden damit umgehen: „Sie stellen dem, was sie sehen, ihren Gemeinschaftssinn entgegen. Sie kümmern sich umeinander, sind hilfsbereit und sehr dankbar, dass wir für sie da sind – auch wenn es manchmal nur um ein Pflaster geht“.
 
Einfach ist der Sanitätsdienst auf der mehrtägigen Reise dennoch nicht. Das fängt schon bei den Vorbereitungen an. Die Sanitäter des Weißen Kreuzes haben gemeinsam mit dem zuständigen Arzt alle Hände voll zu tun, um alles Nötige in Rucksäcken und Taschen so zu verstauen, dass sie es gut transportieren können. Bei Notfällen muss alles griffbereit sein, erst recht in einem Land, in dem eine andere Sprache gesprochen wird und die Verständigung mit dem Sanitätspersonal nicht so fließend ablaufen kann. Dennoch will Philipp auch beim nächsten Mal wieder mitfahren: „Was auf dieser Reise passiert, ist wichtig und wertvoll. Ich helfe gern, damit die jungen Leute dabei möglichst sicher sind“.